

In Mainz wurde am 30. November 2008 Dr. Heribert Prantl, Leit-
artikler und Chef des Ressorts Innenpolitik bei der Süddeutschen Zeitung, mit dem Kettelerpreis der Stiftung Zukunft der Arbeit
und der sozialen Sicherung (ZASS) der Katholischen Arbeitneh-
mer-Bewegung Deutschlands ausgezeichnet.
In seiner Laudatio würdigte Herr Dr. Heiner Geißler Prantls kriti-
sche Berichterstattung und seine pointierten Kommentare, in denen er sich für eine sozial gerechte Gesellschaft einsetzt.
Durch seine zahlreichen Buchpublikationen hat er darüber hinaus Menschen in Deutschland für den Zusammenhang von Demokratie und Sozialstaat sensibilisiert und motiviert, sich für demokratische Strukturen und eine Verbesserung der sozialen Lage der Men-
schen einzusetzen.
In seiner Dankesrede hielt Dr. Prantl ein leidenschaftliches Plädo-
yer für den Sozialstaat und machte deutlich, warum soziale Ge-
rechtigkeit so bedeutsam für eine gute Gesellschaft ist.
„Ein Sozialstaat gibt nicht dem, der schon hat; er nimmt nicht dem, der ohnehin wenig hat. Er schafft es, dass die Menschen trotz Unterschieden in Rang, Talenten und Geldbeutel sich auf gleicher Augenhöhe begegnen können.“
Kettelerpreis 2008
Dr. Prantl, der durch seine journalistische Tätigkeit gerade den „kleinen Leuten“ eine Stimme verleiht, hob hervor, dass die Kritiker soziale Gerechtigkeit oft mit absurder Gleichmacherei verwechseln.
„Das Übel liegt vor allem darin, dass schlechte Leben schlecht sind.“ Die Sozialstaatsfrage endet jedoch nicht an der deutschen Grenze. Er forderte eine Gesellschaft, die Heimat sein kann für alle Menschen hier und weltweit und wandte sich gegen Ausgrenzung.
Der damalige Vorsitzende des Kuratoriums der Stiftung
ZASS Heinz Pappenheim überreicht den Kettelerpreis
2008 an Dr. Heribert Prantl
Kettelerpreis 2006
Die Stiftung Zukunft der Arbeit und der sozialen Sicherung (ZASS) der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung Deutsch-
lands hat am 3. Dezember 2006 erstmalig den Ketteler-
preis verliehen.
Im Rahmen eines feierlichen Festaktes in Mainz wurde in Anwesenheit von Kardinal Lehmann Schwester Dr. Lea Ackermann, die Gründerin von SOLWODI (Solidarity with women in distress = Solidarität mit Frauen in Not), aus-
gezeichnet.
Mit dem Preisgeld soll nach dem Willen der Preisträgerin
das von SOLWODI im Jahre 1994 gegründete „Internatio-
nale Frauenschutzhaus Koblenz“ unterstützt werden.
Lea Ackermann sei „Vorbild, anstrengende Herausforde-
rung, Symbol der Hoffnung und der Perspektive“ für misshandelte und vergewaltigte Frauen, begründete der
Schwester Dr. Lea Ackermann mit
dem Kettelerpreis 2006
Vorsitzende des ZASS-Kuratoriums, Hans Pappenheim, diedie Entscheidung der Jury, der Gründerin von SOLWODI den ersten Kettelerpreis zuzuerkennen. Stehend applaudierten die Anwesenden, unter anderem die KAB-Bundesleitung Georg Hupfauer und Birgit Zenker sowie Bundespräses Albin Krämer. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Kardinal Karl Lehmann, hob in seiner Laudatio hervor, dass Lea Ackermann vor der weltweit verbreiteten Gewalt gegen Frauen nicht zurückgewichen sei. Mit der Gründung von SOLWODI habe die Ordensfrau viele überzeugt, „dass man nicht einfach zusehen darf“, wenn Frauen als Ware gehandelt würden und Männer deren untergeordnete gesellschaftliche Stellung schamlos ausnützten.
Als „Räuber und Diebe“ müssen nach Ansicht der Preisträgerin Lea Ackermann jene Top-
Manager namhaft gemacht werden, die Millionen in die eigene Tasche scheffelten und
gleichzeitig Menschen in die Arbeitslosigkeit schickten, statt mit ihnen zu teilen. Die enga-
gierte Vorkämpferin gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution bezog sich damit bei
ihrer Auszeichnung mit dem Kettelerpreis ausdrücklich auf dessen Namenspatron. Der frü-
here Mainzer Oberhirte und Arbeiterbischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler habe öffent-
lich den Bankier Rothschild als Kapitalisten angeprangert, der seine Geldgier durch Aus-
beutung der armen Arbeiter befriedige.
Der Kettelerpreis 2008 wurde unterstützt vom Ketteler Verlag
>> Infos: www.ketteler-verlag.de